Bereits um das Jahr 1880 wurde in Wittgenstein der Edertaler Sängerbund
gegründet. Nicht weniger als 21 Wittgensteiner Gesangvereine waren in
dieser selbstständigen Chorgemeinschaft organisiert, die sich aus dem
ehemaligen Kreis Wittgenstein bis in den Kasseler Raum, entlang der Eder
hinzog. Leider kann man diese Vereinigung nicht als Vorläufer des
Sängerkreises Wittgenstein ansehen, man muß jedoch bei einem Rückblick auf
seine Bedeutung für den heutigen Sängerkreis Wittgenstein hinweisen.
In späteren Jahren erwarben verschiedene Vereine des Kreises
Siegen-Wittgenstein die Einzelmitgliedschaft im Deutschen Sängerbund. Sie
wurden vom Deutschen Sängerbund durch eine lose Anbindung an den Sängerkreis
Siegerland betreut.
Alle Versuche, für den Kreis Wittgenstein einen selbstständigen chorischen
Zusammenschluß zu erreichen, scheiterten zunächst.
Erst am 14. Januar 1934 gelang der Zusammenschluß aller
Wittgensteiner Chöre zum selbstständigen «Sängerkreis
Wittgenstein» im Deutschen Sängerbund.
Die Gründungsversammlung fand in Berleburg statt. Als Gründerväter kann man
an dieser Stelle die Herren Wilhelmi, Amtsbürgermeister Peußner,
Oberschullehrer Suter - alle aus Berleburg - sowie den Kaufmann Fritz
Pfeiffer aus Raumland, nennen. Amtsbürgermeister Peußner wurde zum
Kreissängerführer ernannt. Dieser bestimmte Oberschullehrer Suter zum
Kreischorleiter und den Kaufmann Fritz Pfeiffer zum Geschäftsführer und
Kassierer.
Bereits in 1935 fand der erste Sängertag des Sängerkreises Wittgenstein im
Hotel Patt in Erndtebrück statt. Das umfangreiche Programm gestalteten die
Männerchöre aus Birkefehl, Birkelbach, Erndtebrück, Schameder und
Wingeshausen. Der Sängerkreis Wittgenstein hatte damals bereits 32
Mitgliedsvereine. Im gleichen Jahr führte man drei Bezirkssingen durch und
zwar in Niederlaasphe, Wingeshausen und Arfeld. 1936 wurde Herr Hansmann aus
Birkefehl als Kreissängerführer ernannt.
Das erste Kreiswertungssingen fand 1937 in Berleburg statt. An ihm
beteiligten sich 550 Sänger, überwiegend aus Vereinen des nördlichen
Kreisgebietes. Das zweite Wertungssingen für die Vereine des südlichen
Kreisgebietes wurde 1939 in Laasphe durchgeführt.
Mit Kriegsbeginn kam die chorische Tätigkeit in vielen Wittgensteiner Chören
zum Erliegen. Nicht weniger als 11 Chorleiter wurden gleich zu Beginn des
Krieges eingezogen. Die noch vorhandenen Chorleiter betreuten die
benachbarten Vereine bei wichtigen Anlässen.
Eine Neukonstitution des Sängerkreises Wittgenstein erfolgte im Jahre 1949
in Berleburg. In dieser Versammlung, die auf Veranlassung des Sängerkreises
Siegerland stattfand, wurde der frühere Vorsitzende des Sängerkreises
Wittgenstein, Heinrich Hansmann aus Erndtebrück, zusammen mit dem gesamtem
Vorstand einstimmig wiedergewählt. Jetzt gehörten bereits 36 Gesangvereine
dem Sängerkreis an.
Das 25jährige Bestehen wurde 1950 mit einem großen Jubiläumskonzert auf dem
Marktplatz in Berleburg gefeiert.
1952 führte man das dritte Kreiswertungssingen in Feudingen durch. Hieran
beteiligten sich 16 Chöre. Heinrich Hansmann stellte 1953 sein Amt zur
Verfügung. Sein Nachfolger wurde Fritz Göppe aus Laasphe. 1963 wurde Heinz
Hilbig neuer Kreischorleiter. Er führte dieses Amt insgesamt 27 Jahre.
Mit der Jahreshauptversammlung 1969 beendeten Fritz Göppe sowie der
Gesamtvorstand seine Tätigkeit. Helmut Friedrich aus Wingeshausen wurde zum
neuen Vorsitzenden gewählt. Das erste Gutachtersingen führte man 1971
durch. Es stellten sich 16 Chöre der Bewertung des Gutachters Quirin
Rische.
Unser 50jähriges Jubiläum fand 1984 mit mehreren Veranstaltungen in einem
würdigen Rahmen statt.
Karl-Heinz Goßmann wurde 1990 zum neuen Kreischorleiter ernannt. Der
langjährige Vorsitzende Helmut Friedrich wurde 1991, nach 22 Jahren, durch
Werner Treude abgelöst. Krankheitsbedingt musste jedoch Werner Treude sein
Amt bereits 1996 an Fritz Heinrich Hof übergeben, der dem Sängerkreis auch
heute noch vorsteht.
Im Jahr 1999 wurde Christine Uhl zur Kreischorleiterin bestellt und wir organisierten erstmalig in Bad Berleburg-Dotzlar ein Leistungssingen der Stufen I und II, an welchen sich 39 Chöre beteiligten. Bereits im Jahr 2002 übernahm dann Gerhard Hennecke das Amt des Kreischorleiters.
Im Sängerkreis Wittgenstein sind heute insgesamt 57 Chöre mit fast 1800 aktiven Sängerinnen und Sängern zusammengeschlossen.
Mit Fritz-Heinrich Hof als Vorsitzendem wurde in unserem Sängerkreis der Leistungsgedanke mehr in den Vordergrund gerückt. Es werden bei uns alljährlich die Vereinsvorstände geschult, für die Sängerinnen und Sänger finden D1-, D2-Seminare und Gutachtersingen statt. Den Chorleitern werden ebenfalls entsprechende Weiterbildungsseminare angeboten.
Heute tragen 9 Vereine den Titel "Meisterchor", 4 Vereine den Titel "Leistungschor Stufe II", 4 Vereine den Titel „Leistungschor Stufe I" und 8 Vereine den Titel „Volkslieder-Leistungschor" des Sängerbundes Nordrhein-Westfalen e.V.
Auch bei dem Leistungssingen im November 2003 in Bad Laasphe nahmen wieder acht Vereine unseres Sängerkreises teil. (...)
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